Wühlmäuse

Genau wie der Maulwurf verbringt die Wühlmaus den größten Teil ihres Lebens unterhalb der Erde und durchzieht den Boden mit ihren Gängen und Bauten. Doch im Unterschied zum Maulwurf ist die Wühlmaus ein echter Schädling, da sie bewusst Pflanzen angreift und deren Wurzelwerk schädigt.

Arten

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Bei Weitem die häufigste Plage für Gartenfreunde: Die Ostschermaus, auch bekannt als große Wühlmaus. (© Olbertz – freigegeben unter CC-BY-SA 3.0)

Insgesamt gibt es rund 150 Arten von Wühlmäusen, die vor allem in Nordamerika, Europa und Asien verbreitet sind. Die bekanntesten sind die Feldmäuse, Schermäuse, Rötelmäuse und die Lemminge. Je nach Art werden die Tiere zwischen sieben und 23 Zentimeter groß und wiegen zwischen 80 und 200 Gramm. Allerdings wurden auch schon Wühlmäuse gefangen, die 2,6 Kilogramm auf die Waage brachten. Die wohl bekannteste und Art ist die Schermaus und diese kommt in ganz Europa vor. Ihre Fellfarbe variiert von braungrau bis hin zu rotbraun, wobei jedoch auch schon schwarze Exemplare beobachtet worden sind. Die kleinen Ohren hinter dem stumpfen Kopf verstecken sich nahezu vollkommen im Fell. An ihren etwa 15 Zentimeter langen Körper schließt sich ein leicht behaarter Schwanz an. Die Lebenserwartung einer Wühlmaus beträgt drei bis vier Jahre.

Lebensweise der Wühlmaus

Der Großteil des Lebens einer Wühlmaus spielt sich unter Tage in ihren Gängen ab. Nur sehr selten wagt sie sich an die Erdoberfläche. Wenn sie dies tut, dann nur im Schutz der Dunkelheit und um sich von herumliegenden Pflanzenresten und Früchten zu ernähren. Am wohlsten fühlt sie sich in Gärten, besonders in der Nähe von Böschungen oder Wassergräben. Hohes Gras oder Gestrüpp eignet sich hervorragend für die Wühlmaus, da sie sich hier vor potenziellen Fressfeinden verstecken kann, wenn sie ihren Bau verlässt. Auch Gartenbesitzer können den Bau der Wühlmaus hier nur schwer entdecken.

Fortpflanzung

Die Zeit, in der sich Wühlmäuse vermehren, beginnt bereits im März und zieht sich bis in den September hinein. Dabei sind die Wühlmäuse sehr aktiv, da ein Weibchen pro Sommer drei bis vier Würfe mit je zwei bis sechs Jungtieren hat. Die Jungtiere des ersten Wurfs können bereits zum Ende des Sommers wieder paarungsbereit sein.
Nach etwa zwei Wochen verlässt ein Jungtier den Bau der Mutter und sucht sich ein eigenes Zuhause. Es bevorzugt weiche Böden, versteckt in hohem Gras, in das es sich eingraben und ein neues Tunnelsystem errichten kann. In feuchten Sommern gelingt ihnen das sehr schnell, in trockenen Sommern dauert das Graben länger und die Sterblichkeit der Wühlmäuse durch Fressfeinde ist stark erhöht.

Ernährung

Da sich Wühlmäuse ausschließlich von Pflanzen und besonders von, in ihre Baue hereinragenden, Wurzelspitzen ernähren, ist die Größe des Baus von den Pflanzen und deren Wuchs abhängig. Bei starkem Pflanzenwuchs sind die Baue im Frühjahr kleiner, werden aber über den Sommer bis zum Herbst hin stark ausgebaut, um den Bedarf an Nahrung zu decken. Dies ist für den Gärtner an der Häufung der Erdhügel im Garten erkennbar.

Bau

Im Bau einer Wühlmaus befinden sich meist ein oder zwei Nestkammern, drei bis vier Vorratskammern und ein bis zu einem Meter tiefer Fluchtgang. Gerade im Herbst beginnt die Wühlmaus damit, ihre Vorratskammern mit Gras, Früchten und Kräutern zu befüllen.

Schäden

Der Schaden, den eine Wühlmaus anrichtet, ist meist nicht direkt zu erkennen. Als Wurzelschädling nagt sie die Wurzeln von Pflanzen und Bäumen an oder auch ganz ab. Entweder treiben die Bäume im Frühjahr gar nicht mehr aus oder gehen nach dem ersten Austrieb kraftlos ein. Weiterhin lassen sie sich sehr einfach aus dem Boden ziehen, da das Wurzelwerk fehlt und die Hauptwurzel angespitzt ist. Da die Pflanze ohne ausreichendes Wurzelwerk nur noch wenig oder kein Wasser mehr aufnehmen kann, vertrocknet sie.

Wie es aussieht, wenn eine Wühlmaus bei der Arbeit ist, sehen Sie im folgenden Video:

Lesen Sie weiter, wie man Wühlmäuse loswerden kann.