Störenfriede

Gärtners Albtraum kann zwei verschiedene Gesichter haben: Entweder ist der englische Rasen, der mit so viel Liebe und Schweiß gepflegt wird, durch kleine Hügel verunstaltet oder aber eine Mäusefamilie treibt ihr Unwesen und gefährdet die Flora des Gemüsegartens.

Beides sind unschöne Erfahrungen und lösen einiges an Frust aus. Dennoch sollten Gärtner nicht in blinde Wut verfallen und sogleich mit Gift um sich sprühen oder an jeder Ecke des Gartens Fallen aufstellen.

Zunächst einmal muss klar sein, um welchen Untermieter es sich handelt. Davon ausgehend können Sie die Methoden des Vertreibens wählen. Da Gartenfreunde auch gesetzestreue Bürger sind, sind die Richtlinien des Bundesnaturschutzgesetzes maßgeblich.

Diese stellen alle heimischen Säugetierarten unter besonderen Schutz, mit der Ausnahme einiger Nager. Nähere Informationen erhalten Sie auf unserer Übersichtsseite zu Vertreibungsmethoden.

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Durch Maulwurfshügel massiv bedroht: Der englische Rasen.

Jeweils unterschiedliche Bedrohungen

Häufig lassen sich Gartenfreunde von der Wut übermannen und werfen alle Kleinsäuger in einen Topf. Dabei spielt es durchaus eine gewichtige Rolle, wer im Garten sein Unwesen treibt. Während ein Maulwurf sich vor allem durch den Aushub, welchen er außerhalb seiner Gänge aufwirft, bemerkbar macht, richten Wühlmäuse großen Schaden im Gemüsebeet an.

Auch wenn beide die meiste Zeit unter der Erde verbringen, haben sie sehr unterschiedliche Lebensweisen. Im Folgenden ein kurzer Abriss über die Eigenschaften der beiden Tierarten:

  • Maulwurf: Einzelgänger, Insektenfresser. Bewohnt ein großes Revier allein und hält sich Mitbewohner vom Leib. Kann abgesehen von den Maulwurfshügel als nützlich angesehen werden, weil er große Mengen an Insekten vertilgt (Lesen Sie mehr über den Maulwurf)
  • Wühlmäuse: Leben in großen Populationen zusammen, Pflanzenfresser. Vermehren sich oftmals rasant und können sich zur Plage auswachsen (Lesen Sie mehr über Wühlmäuse)

Nicht nur für die mögliche Bedrohung ist es wichtig, den Bewohner genau zu kennen. Auch für das weitere Vorgehen ist es wichtig, zu wissen, ob es sich um Maulwurf oder Wühlmaus handelt. Denn der Maulwurf steht unter Naturschutz und darf weder getötet noch unnötig gestört werden. Eine Umsiedlung ist nur mit Genehmigung des zuständigen Umweltamtes möglich. Bei Zuwiderhandlung können z.T. empfindliche Strafen verhängt werden.

Tipp: Um sicherzugehen, können Sie eine Karotte in eine Hügelöffnung stecken. Wird diese angefressen, handelt es sich bei den Wühlern um Wühlmäuse. Der Maulwurf als strenger Fleischfresser wird das Gemüse verschmähen.

Alternativ können Sie zur so genannten Verwühlprobe greifen: Öffnen Sie das Gangsystem Ihres „Untermieters“ an einer Stelle mit einer Gartenschaufel. Eine Wühlmaus wird das Loch innerhalb weniger Stunden wieder zuschütten. Der vorsichtige Maulwurf hingegen meidet einen geöffneten Gang und gräbt an anderer Stelle neu.

Weiteres Vorgehen

Nachdem die Bedrohung identifiziert ist, können die weiteren Schritte geplant werden. Wie in vielen Bereichen führen viele Wege nach Rom (also zum hügelfreien Garten). Ob mit Hausmitteln, Buttersäure oder speziellen Vorrichtungen, die Vielfalt der Methoden entspricht in etwa derjenigen der Gartenfreunde. Da jedoch auch die Tiere sich nicht alle gleichen, kann es durchaus dazu kommen, dass eine bewährte Methode sich in Einzelfällen als nutzlos erweist. Es ist daher nur anzuraten, eine gewisse Frustrationstoleranz aufzuweisen. Wenn eine Methode nicht direkt zum Erfolg führt, probieren Sie weitere aus! Mit Sicherheit gibt es auch einen Kniff, um die grabenden Säuger aus Ihrem Garten loszuwerden.

Welche Methoden es gibt und wie diese einschätzen sind, erfahren Sie auf unseren Seiten zum Thema Wühler vertreiben.